Geschaff!

Kolloquium bestanden, endlich fertig, die können mich alle mal. Mit dem heutigen Tag bin ich ausgelernter Erzieher und ich habe es endlich, endlich hinter mir. Nun harre ich den Dingen die da kommen, mach hübsch meinen Zivildienst für das Vaterland und anschließend ab nach Berlin zum eifrigen studieren. 

 Le Papillon

1 Kommentar 11.6.07 20:46, kommentieren

Frohenleichnahm

Heute ist Frohenleichnahm... den Sinn dieses Festes habe ich schon als Kind nicht ganz verstanden. Auf jeden Fall hatte ich frei und das Wetter war schön.

Kater und ich sind um vier aus dem Haus gegangen und in die Stadt gefahren, wo wir erstmal durch den Müga- Park gelaufen sind, der durch eine wenig liebevoll gestaltete Beachanlage verunstaltet wird und das ausgerechnet an meiner Lieblingswiese!!!! Anschließend sind wir zu was essen gegangen ich hatte Pizza, die aber viel zu salzig war.

Hinterher sind wir in den Rosengarten an der Freilichtbühne gegangen, welcher mein neuer Lieblingsplatz in Mülheim ist. Der Park hat was... melancholisches, wirkt irgendwie "aufgegeben", wie Kater es formulierte. Er hat da ein paar Fotos von mir gemacht, als ich auf der Wiese saß und eine Kette aus Gänseblümchen steckte. Bis ich auf irgendwas allergisch reagierte (rote, juckende Pocken an den Armen) und wir uns vom Acker machten.

Dann sind wir nochmal durch die Altstadt geschlendert, um uns was zu trinken zu holen und am Wasserbahnhof vorbei bis zur Thyssenvilla. Dort verweilten wir und überlegten, wie wir den Park umgestalten würden, wenn er unser wäre.

Von dort aus sind wir erst den Kahlenberg hoch, zur Aussichtsplattform am Bismarkturm gelaufen und dann durch das Villenviertel am Max-Planck Institut zurück zur Innenstadt.

Als wir Zuhause ankamen war es 22 Uhr und ich habe Kopfweh, aber es war einfach ein schöner Feiertag an der frischen Luft. Warum in die Ferne schweifen...

Le Papillon

2 Kommentare 8.6.07 00:29, kommentieren

Bla und Sülz

Der Stressfaktor ist hoch, für die Prüfung ist alles fertig. Nervös bin ich nicht, ich weiß ja dass ich das kann. Aber da ich mit Powerpoint präsentiere, habe ich tierische Angst, dass die Technik irgendwie streikt. Aber irgendwas ist ja immer... Unter meiner Allergie leide ich zur Zeit sehr, das übliche eben.

Ich will eine Spülmaschine!

Le Papillon

1 Kommentar 5.6.07 20:11, kommentieren

Eine Begegnung

Ich hatte heute ein Erlebnis dass ich als Omen deuten möchte. Ich saß in der Straßenbahn 102 von der Haltestelle Waldschlösschen bis Schloss Broich wo ich immer umsteige um heim zu kommen. Zwei Haltestellen nach Waldschlösschen, an Broich Friedhof steigt eine Alte Dame ein, die ungelogen mindestens 90 war. Sie sah aber nicht aus wie alte Damen heute, sonder wie eine aus den 50er Jahren. Sie Trug ein braunes Kostümchen, das zwar gepflegt war, aber etwas zu groß, einen passenden Hut, einen braune Perücke dazu (mit so einer Außenrolle, wie Frauen das früher trugen) und Handschühchen. Kaum hatte sie sich gesetzt , da strahlte sie mich an mit einer Herzlichkeit, wie es sonst eine Großmutter tut. Darauf folgte ein Dialog, den ich hier aufschreiben möchte;

Alte Dame; "Guten Tag!"

Ich; "Guten Tag."

Alte Dame (lacht über das ganze Gesicht); "Sie gefallen mir. Weil sie jung sind."

Sie sieht mich an und lächelt und fährt fort

"Nicht falsch verstehen, ich meine weil Sie so nett lächeln. Ich komme hier herein und sie machen mir Platz und lächeln so freundlich, es ist heute nicht oft der Fall dass..." sie sucht nach Worten "jemand auf Anhieb so freundlich ist."

Ich (etwas verunsichert); "Schön dass wir uns verstehen"

Alte Dame; "Wissen Sie, heute ist nicht mein Tag. Ich bin wie ein Igel mit den Stacheln nach innen. Da heitert mich ein freundliches Gesicht auf."

(ich weiß nicht, was sie mit dem Igel gemeint hat)

Ich; "Kommen Sie vom Friedhof? Da bin ich auch immer traurig."

Alte Dame;"Ach wissen Sie , es ist manchmal so belanglos, was ich sage. Ich komme aus Berlin, da sind wir so, ich muss immer sagen was ich denke. Wir regen uns immer auf. Aber eine schreckliche Regierung haben wir ja auch." Wieder lacht sie übers ganze Gesicht.

Ich; "Ich sage auch immer was mir so einfällt. Das macht einigen Leuten Probleme mit mir." und grinse sie an.

Alte Dame; "Sind sie entschlossen?"

Ich; "Wie bitte?"

Alte Dame; "Haben Sie eine Zukunftsperspektive?"

Ich (zögerlich); "Ja"

Alte Dame; "Das freut mich sehr für sie, ich war auch entschlossen, hatte einen Beruf, den ich liebte" sie sagt das so voll ehrlicher Freude, dass ich ergriffen bin. Sie schaut mich lächelnd an und fragt dann; "Kennen Sie Breker?"

Ich; "Wen bitte?"

Alte Dame; "Arno Breker" (sie buchstabierte den Namen mit diesem Wortalphabet, A wie Anton usw) "Bildhauer. Heute verpönt, wegen dem dritten Reich."

Ich; "Aha" und signalisiere Interesse, sie beugt sich vor

Alte Dame; "Ich habe bei ihm studiert, deswegen bin ich rüber gekommen. Er ist verpönt wegen dem dritten Reich, aber bildhauen, das konnte er."

Sie hält inne. Dann fragt sie;

"Was haben Sie für eine Perspektive, wenn ich fragen darf?"

Ich; "Ich möchte Religionspädagogik studieren:"

Sie lächelt abermals und sagt;

"Sowas habe ich mir gedacht." und deutet auf das Kreuz an meiner Kette. "Ich bin Lutheranerin. Meine ganze Familie war lutheranisch. Ich finde das unglaublich toll, was Sie machen. Viele Menschen haben vergessen, dass das geistige Bewusstsein und das irdische Bewusstsein eine Einheit ergeben. Heute ist vieles so anders... sie werden es nicht leicht haben, viele Menschen lachen über sowas."

Spätestens jetzt hat sie mich hellauf begeistert.

"Das sehe ich genauso-" sage ich schnell "-und wissen Sie, wo ich studieren möchte? In Berlin."

Sie steht auf; "Sehen Sie? Die Welt ist klein." und lacht. "Ich muss raus, auf Wiedersehen." wir reichten uns die Hände "Ich wünschen Ihnen von Herzen alles gute."

Ich; "Ich Ihnen auch, Gott schütze Sie."

Alte Dame; "Sie auch."

Sie stieg an der Haltestelle Stadtmitte aus. Sie stand am Bahnsteig und winkte mir strahlend zu als die Bahn abfuhr, ich winkte ebenso freundlich zurück. Die anderen Fahrgäste, die Teilweise Gesprächsfetzen mitbekommen hatten starrten mich an, aber das war mir gleichgültig.

Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass die Begegnung mit der alten Dame ein Zeichen war. Zuerst dachte ich, sie sei zerstreut, aber sie redete so klar und artikuliert, dass ich diesen Eindruck schnell verlor. Ich glaube, dass Gott mir Sicherheit geben wollte. Sicherheit und mir sagen wollte "Du bist auf dem Richtigen Weg, nutze die Chance". Und er hat mich mit der Alten Dame zusammengeführt um mir das mitzuteilen.

Ich danke dir, Vater! Ich werde gehen. Danke vielmals, ich muss weinen.

Felix


7 Kommentare 1.6.07 22:39, kommentieren

Zukunftsmusik und Zahnprobleme

Kater sagt, er würde sich in Berlin eine Stelle suchen, so dass wir nicht getrennt werden. Papa meint Berlin würde die Leute verderben und er würde mich gut genug kennen um zu wissen, dass ich dort alles tun würde, außer studieren. Aber wenn ich das wirklich wollen würde, würde er mir die die Chance nicht vorenthalten und mich unterstützen, wie meine Geschwister auch (Nur das Tom und Tobias nicht nach Berlin gegangen sind, sondern nach Münster, bzw Bonn. *g*). Mama findet das toll. Ihr gefällt der Pädagogisch/Theologische Studiengang und meint Berlin wäre ein Erlebnis. Ich muss erstmal versuchen mich an den Gedenken zu gewöhnen meine Heimat und vor allem meine Eltern, Geschwister und Freunde zu verlassen. Die Schule selbst ist in Lichtenberg. Da will ich nicht wohnen. Inmitten von Faschos und Plattenbauten... Also habe ich mir Friedrichshain, Mitte und Prenzlauer Berg vorgenommen, gemeinsam mit meiner palästinensischen Brieffreundin aus Berlin, bin ich zu dem Schluss gekommen, dass diese drei Stadtteile am meisten Sinn machen, zwecks Wohnungssuche. Dafür gibt es folgende Gründe;

1. Alles nah an Lichtenberg.

2. Alles sehr zentral (Mitte sowieso, ist ja die MITTE, logisch)

3. Alle drei Stadtteile sind, im Gegensatz zum Westteil der Stadt recht günstig, ohne Ghetto zu sein.

4. Prenzlauer Berg und Friedrichshain bestehen fast nur aus alter Bausubstanz aus der Vorkriegszeit, so dass ein richtig schönes Altberlin Flair herrsch UND Prenzlauer Berg ist zudem das Partyviertel des jungen, alternativen Berlins.

 



Hier Berlin. Die Farben kennzeichnen die Bezirke (fett gedruckt), Stadtteile sind hellgrau benannt. So heißt der Bezirk von Prenzlauer Berg beispielsweise Pankow (gelb). Wenn ich daran denke dass jeder dieser Stadtteile alleine schon groß ist, wie meine Heimatstadt und auch in etwa so viele Einwohner hat, wird mir schwindelig.

Heute jedoch hatte ich erstmal andere Sachen im Kopf. Im Kiefer hatte sich durch den Eingriff alles entzündet und die Schmerzen waren heute wirklich schlimm. War aber beim Zahnarzt und nun habe ich so eine Art Kompresse im Zahnfleisch hängen, die Montag wieder gewechselt wir. Mir egal, Hauptsache es tut nicht mehr weh. Im Moment spüre ich nichts. Erwähnte ich, dass ich durch diese Zahngeschichte schon eine Woche nicht geraucht habe. Das hatte ich seit dem ersten Hörsturz nicht mehr.

Le Papillon

1 Kommentar 31.5.07 19:18, kommentieren

Entscheidungen für die Zukunft

Wie der aufmerksame Leser eventuell bemerkt haben mag, war meine Motivation in Aussicht auf die EFH Bochum nicht so wahnsinnig groß. Aber ich habe umgedacht, bin per Telefon vielen Sekretärinnen auf den Geist gegangen, habe Beratungslehrer mit Fragen gequält und mich schlussendlich entschieden; Ich würde gerne ein Studium auf Bachelor wahrnehmen, dass Soziale Arbeit und katholische Religionspädagogik als Zusatzqualifikation umfasst. Alles so weit klar... Einen Haken gibt es; Möglich ist das nur in Paderborn, Darmstadt und Berlin. In Paderborn (was ja wenigstens noch in NRW wäre) müsste ich in den dazugehörigen Stift ziehen, was für mich ein absolutes NO GO ist. Darmstadt... Bedarf das wirklich einer Erläuterung? Darmstadt, das will ich nicht mal aussprechen. Bleibt also nur noch Berlin. Ehemalige Kaiserstadt, Schmelztiegel der Kulturen, günstige Altbauwohnungen im Zentrum und in einem Atemzug genannt mit Paris, London oder New York und weltweit wahnsinnig angesagt. Hätte was. Aber es ist so verdammt weit weg von meiner Mamaaaaaaaaa.... Die Schule ist vielfach im Internet abgebildet, sieht auch ganz in Ordnung aus...

Die Leute sind soweit auch ganz nett am Telefon, jedenfalls die, die ich dazu nötigen konnte mit mir zu reden... Aber eine rheinländische Frohnatur in Berlin? Passt das denn?

Le Papillon

1 Kommentar 30.5.07 20:55, kommentieren

Pfingsten

Heute ist der Tag an dem die Jünger hinaustraten und vom heiligen Geist erfüllt wurden. Heute wird die Entstehung der Dreifaltigkeit gefeiert und die Geburtsstunde der christlichen Kirche.

Im Grunde hasse ich solche grauen, verregneten Feiertage, alles ist so tod und trübe. Aber einerseits gibt mir das die Gelegenheit Zeit mit Katerle zu verbringen, andererseits habe ich Morgen auch noch Urlaub, was ich als sehr angenehm empfinde.

UND; ich habe ein ganz schlechtes Gewissen, weil ich so gut wie gar nichts für das dumme Kolloquium getan habe. Oh, erzählte ich von meinen Plänen? Ich möchte nach dem Zivildienst an der EFH Bochum Sozialarbeit studieren ein "LariFari Studium der Wichtigtuerei". (O-Ton der Studenten) Ich habe mir schon sowas gedacht, letztendlich sind doch alle Sozialpädagogischen Ausbildungen Wichtigtuerei. Ich spekuliere darauf anschließend in einer Beratungsstelle unterzukommen und für's Nichtstun bezahlt zu werden. Das Schild "bitte nicht stören" wendbar auch auf "Heute nicht im Haus" wird dann mein bester Freund. Und jetzt soll bloß so ein Neo-Hippie kommen und mir was erzählen von Motivation und Verantwortung. Die habe ich auf der Fachschule für Sozialpädagogik nämlich, wie alle meine Mitschülerinnen, durch unmotivierte, unfaire und parteiische Mentoren verloren.

Die Wunde in meinem Zahnfleisch schmerzt noch immer.

Le Papillon

1 Kommentar 28.5.07 13:18, kommentieren