Nachtgedanken

Es ist spät, ich sollte längst schlafen. Morgen bin ich zu einer Vorbesprechung des anstehenden Kolloquiums im Berufskolleg. Was ich ganz angenehm finde, denn wenn ich da sitze und mich berieseln lasse kann ich friedlich vor mich hin träumen und zu den Raucherpausen erwachen, um mich an den Bettgeschichten meiner verkommenen Freundinnen zu erfreuen.

Das Thema meines Kolloquiums wird lauten "Waldpädagogik im Elementarbereich am Beispiel eines Waldmorgens mit einer altersgemischten Gruppe". Wir sollten ein Thema auswählen, dass wir während unseres Anerkennungsjahres kennen gelernt haben und zu dem wir einen Bezug haben. Die Wahrheit ist; Das alles interessiert mich nicht die Bohne. Diese ganze Pädagogik interessiert mich nicht mehr. Und ich weiß dass ich niemals in diesem Beruf arbeiten werde. Ich will für mich selbst verantwortlich sein, nicht für andere. Ich hasse es, wenn andere Ansprüche an mich stellen. Und damit meiner ich nicht die Kinder, sondern viel mehr die Kollegen, die sich das Leben selbst schwer machen, durch Selbstüberschätzung und übertriebenen Arbeitseifer. Es ist nicht meine Art über andere schlecht zu reden und das will ich auch nicht tun. Aber ich habe es schlicht und ergreifend zur Zeit einfach nur satt.

Das ganze klingt nun ziemlich resigniert, aber das ist es nicht. Im Grunde ist es eine Erkenntnis. Was mich wach hält ist die innere Unruhe. Da bin ich froh das als nächstes erstmal der Zivildienst folgt, und ich zumindest eine Perspektive habe. Vielleicht sollte ich noch einmal eins meiner Märchen wegschicken. Ich würde mich so freuen, wenn da mal was veröffentlicht werden würde. Sicher werde ich letztendlich doch irgendwas studieren und vielleicht ist das gar nicht mal so schlecht. Das komische ist; so sehr ich auch versuche mich zu erinnern, ich weiß nicht, mit welcher Motivation ich diesen Beruf erlernt habe. Ich weiß nur, dass ich mittlerweile eine sehr negative Hormonlage dazu entwickelt habe. dadurch dass es doch wenig Raum für Individualität bietet. Und wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, dann muss ich mir doch eingestehen, dass ich ein sehr spezieller Mensch bin was andere bisweilen bestimmt sehr anstrengt. Ich fühle mich eingeengt, denn man erwartet von mir, dass ich eigene Bedürfnisse zurückstecke und das widerstrebt meiner Natur, was mir immer mehr durch eine schleichende Frustration bewusst wird. UND auch wenn ich keine großen Ambitionen habe was Karriere angeht, so muss ich doch sagen, dass ich einfach kein guter Befehlsempfänger bin, dazu bin ich schlicht und ergreifend zu sehr das verwöhnte Balg reicher Eltern.

Fassen wir also mal zusammen; Ich muss einer Tätigkeit nachgehen, bei der ich nur für mich selber Verantwortung trage, vollkommen ich selbst sein kann und bei der mir niemand Vorschriften macht. Womit wir wieder bei meinem Traum vom Lädchen für "lauter schöne Dinge wären".

LePapillon

 

21.5.07 01:02

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